Milder Winter kein Grund zum Jubeln für Thüringer Bauern

Der bislang milde Winter bereitet den Landwirten in Thüringen Sorgen. «Mitte Januar sollte kein Frühling sein», sagte André Rathgeber, Pflanzenbau-Experte beim Thüringer Bauernverband. «Wir brauchen Schnee oder Regen und wir brauchen Frost.» Das Niederschlagsdefizit nach zwei trockenen Jahren sei trotz des regnerischen Dezembers noch immer nicht wettgemacht. Zudem benötige im Herbst gesätes Wintergetreide wie Gerste und Weizen einen gewissen Kältereiz, damit das Wachstum der Pflanzen im Frühjahr angeregt werde.


Wenn die Pflanzen bei anhaltend milden Temperaturen bereits jetzt wüchsen, seien sie durch doch noch eintretende Fröste gefährdet. «Die schützende Schneeschicht auf den Feldern fehlt.» Eine längere Frostphase wäre aus Bauernsicht auch die beste Vorsorge gegen Schädlingsbefall, da dann weniger chemische Pflanzenschutzmittel nötig wären. Laut Deutschem Wetterdienst deutet derzeit allerdings nichts auf einen richtigen Winter hin. «Leider ist auch kaum mit Niederschlag zu rechnen», sagte Meterologe Jens Oehmichen am Sonntag.


Im vergangenen Jahr war in Thüringen laut amtlicher Statistik auf knapp 227 000 Hektar Anbaufläche Winterweizen herangereift, das entsprach 69 Prozent der Getreidefläche. Wintergerste wuchs auf rund 79 000 Hektar. Winterraps stand nach einer deutlichen Reduzierung der Anbaufläche auf annähernd 82 000 Hektar im Feld.

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